In einem schäbigen Hinterhof von Kampala entsteht das einzige Raumfahrtprogramm Afrikas. 35 Freiwillige arbeiten hier an ihrem großen Traum vom Weltall. Viele halten sie für verrückt - doch im Mai wollen sie tatsächlich abheben
(Erschienen in der Financial Times Deutschland, 10. Februar 2012)
Dass sie es jetzt lang genug ausgehalten hätten, sagt er. Lang genug die Qual ertragen, CNN zu schauen, und die Nachrichten aus Afrika waren immer die gleichen: Anschläge, Kriege, Vergewaltigungen. Der Jahresrückblick 2011: die Hungerkrise in Somalia. Wo Afrika in den Nachrichten auftauchte, ging es um Katastrophen. Nichts als Katastrophen.
Seit Ssali Haroona lebt, seit 22 Jahren, ist das so. Haroona steht auf der roten Erde von Uganda und sagt, dass es ihm reicht. „Die glauben auf diesem Planeten, Afrikaner seien Verlierer.“ Er will, dass die Welt endlich von einem anderen Afrika erfährt. Es sollen mal gute Nachrichten im Fernsehen laufen.
Aus diesem Grund unter anderem, sagt er, haben sie sich jetzt entschieden, ein Raumschiff zu bauen.
Haroona lebt von drei Euro am Tag. Derrick auch. Remigious auch. Und Herr Nambobi. Und die 30 anderen. Ein liebenswerter Haufen Wahnsinniger: Menschen, die ihre Existenz, die schon bescheiden war, ganz aufgegeben haben, weil sie glauben, dass sie bald ins Weltall fliegen. Jungen, die jahrelang gelernt haben, um einen Studienplatz zu kriegen und das Studium abbrachen für ihren Traum von den Sternen.
Viele von ihnen fahren jeden Tag in diesen Hinterhof in Ntinda, einem Vorort der Hauptstadt Kampala, wo sie am Raumfahrtprogramm von Uganda bauen. Sie kommen aus unterschiedlichen Teilen des Landes, manche haben ihre Familien verlassen. Sie verzichten auf Freizeit, seit Januar 2010 gab es keinen freien Tag mehr, sie sagen, sie seien süchtig nach ihrer Arbeit. Sie sagen, dass sie an ihren Chef glauben.
Und daran, dass am 9. Mai alles gut geht, wenn ihr aktuelles Projekt, ein Forschungsflugzeug, abheben wird auf 24 Kilometer Höhe. Von diesem Testflug hängt alles ab. Alles bedeutet, ob sie als nächstes ein Raumschiff bauen.
Sind sie erfolgreich, wird es wie eine Dusche sein: Mit einem Strahl den ganzen Schmutz von der Haut spritzen. Die Demütigung, die Ignoranz der Welt. So hoffen sie.
Es ist später Nachmittag, der Chef sitzt in seinem silbernen Lexus und umfährt die Schlaglöcher, tief wie Krater. Den ganzen Feldweg zu seiner Siedlung nichts als Krater. Dann parkt er vor seiner Garage, Chris Nsamba: 26 Jahre alt, Gründer des African Space Research Programme (ASRP). Er läuft in einen Hinterhof, ein Baum mit Jakobsfrüchten steht in der Mitte, und unter dem Baum spielt sein Leben.
Links wohnt in einem Bungalow Sarah Nsamba, seine Mutter. Eine Frau, die damals dachte, sie würde einen normalen ugandischen Jungen zur Welt bringen. Stattdessen bekam sie Chris. Sarah, die nicht so genau weiß, warum ihr Sohn „so anders ist.“ Die nur immer danebensteht und sagt: „Ich weiß nicht, wo er diese ganzen Ideen immer her hat.“ Und: „Das ist alles zu groß für mich.“
Im kleinen Haus gegenüber wohnt Chris. Eigentlich bewohnt er einziges Zimmer. Ein Tisch, ein riesiger Computer und ein Bett. Das Bett schont Chris, so gut er kann, seit Jahren geht er nicht vor drei Uhr schlafen, er muss studieren, muss arbeiten, muss vorankommen.
Ab und zu kommt Besuch, Offizielle von der Regierung kommen. Zum Beispiel Richard Tushemereirwe, der wissenschaftspolitische Berater des Staatspräsidenten. Er kommt und sieht nach, was mit dem Fördergeld geschieht, das der Präsident überweisen hat lassen.
Er sieht sich diesen Flieger an. Diesen Flieger, der aussieht wie ein Trugbild zwischen den schmutzigen Fassaden, dem Gerümpel, der Wäscheleine. Wie vom Himmel gefallen. Er ist das erste Projekt der ASRP, Nsamas Organisation. Ein Flugzeug, das ungewöhnlich hoch fliegen kann, weil es sehr leicht ist und breite Flügel besitzt. Es soll 80 000 Fuß schaffen, 24 Kilometer. Das ist noch weit weg vom Weltall, aber schon in der Stratosphäre. Zwei Menschen sitzen im Skyhawk, der Pilot und ein Forscher. Das bedeutet: Nsamba und einer seiner Jungs.
Es wird Nacht, ein freier Sternenhimmel zieht auf über Uganda. Und weil Sonntag ist, beginnt im Hinterhof die Astronomiestunde. Chris Nsamba steht unter den Sternen und erklärt sie. Er öffnet auf seinem Laptop das Programm Paint und malt ein Sonnensystem. Der Beamer wirft es an die Hausmauer. Seine Helfer lernen, wie man mit einfacher Geometrie die Entfernung zwischen Planeten berechnet. Wer zuerst die Umlaufbahn des Mondes ausgerechnet hat, bekommt eine Pizza geschenkt. Die Jungen und Männer murmeln was von Kepler und der Zahl Pi und tippen in die Taschenrechner ihrer Handys.
Herr Nsamba, warum braucht Uganda ein Raumfahrtprogramm?
„Weil das Leben wie eine Kerze ist“, sagt er. „Wenn die Kerze brennt, lebst du. Wenn sie erlischt, bist du tot. Wir sollten etwas tun, bevor die Kerze erlischt, etwas Bedeutsames. Etwas, woran man sich später erinnert.“
Seit er an seinem Raumfahrtprogramm arbeitet, lebt Nsamba abgeschottet, er nennt es freiwillige Quarantäne. Mit seinem Auto fährt er in den Ort, erledigt, was zu erledigen ist, dann kehrt er zurück in seinen Hinterhof. Parkt den Wagen, spricht mit niemandem. Nsamba hat keine Freunde außer seinen Helfern. Mit den Nachbarn hat er keinen Kontakt. Er will keinen, weil er weiß, dass sie ihn für verrückt halten.
Er sagt: „Kepler, Galileo. Die hat man auch ausgelacht, als sie lebten. Und ich wette, sie wussten mehr, als sie veröffentlicht haben, aber sie sind mit dem Wissen gestorben. Weil, wenn man merkt, dass man ausgelacht wird, dann wird man vorsichtig. Ich will nicht vorsichtig werden.“
Vorsicht ist nicht sein Stil. Angst, sagt er, habe er keine. Wenn man fragt, was das Schwierigste sei beim Bau des Skyhawks, sagt er: „Geld.“ Und die Technik? „Wissen Sie, die Technik ist ein Klacks.“ Chris Nsamba stellt sich hin, senkt seine Stimme und versucht zu erklären, dass der Skyhawk ein vollkommen logischer Schritt in seiner Biographie sei. So logisch wie bald der Bau des Raumschiffs.
Man müsse wissen, sagt er, dass er als Kind seinen Freunden das Universum erklärte. Da war er sieben. „Schaut zum Himmel“, sagt er. „Die Sterne, das sind alles Sonnen wie unsere Sonne, und darum herum kreisen Planeten wie die Erde, und zusammen ergeben sie Galaxien.“ Aber seine Freunde hielten die Sterne für Glühbirnen am Himmel. Also lief Chris wieder nach Hause, in ein Zuhause ohne Strom, und sagte sich, dass er es seinen Freunden beweisen müsse. Man müsste doch da irgendwie hinauf kommen. Zu den Glühbirnen, die keine sind. In die Luft müsste man kommen.
Weil es für einen Elfjährigen in Uganda noch etwas schwieriger ist, ein Raumschiff zu bauen, als für einen 26-Jährigen, begann Chris Nsamba mit einem Segelflugzeug. Er baute eins. Niemand hinderte ihn. Seine Mutter stand daneben und schaute zu. Dann war Chris elf Jahre alt, das Segelflugzeug war fertig und er flog. Den Hügel hinab, er flog nicht lang. Nach ein paar Sekunden stürzte er in einen Acker.
Wie Wissenschaftler das so machen: Scheitert ein Experiment, muss man den Fehler suchen und es noch mal probieren. Chris Nsamba schwor sich, dass es mit der Landung im Acker nicht vorbei sein werde. Seine Träume müssten überleben. Vier Jahre später zog er zu seiner Schwester nach Dallas, Texas. Sie hatte eine amerikanische Green Card. Chris ließ sich von den Marines rekrutieren und begann ein Astronomie-Studium. Er las. Wollte alles herausfinden. Baute sein zweites Flugzeug, eins mit Motor. Er verkaufte es einem Amerikaner und es fliegt bis heute.
Im Jahr 2002 ging Chris Nsamba das letzte Mal um elf Uhr ins Bett. Seitdem studiert er nachts. Flugzeugbau, Astronomie, Programmieren. 2007 zog er zurück in seine Heimat. Er importierte amerikanische Autos und fuhr sie vom Hafen von Mombasa in Kenia nach Uganda. Damit ließ sich Geld verdienen, aber bald hörte er auf, es wurde ihm zu gefährlich. Innerhalb eines Tages, von Sonnenaufgang um sechs bis Sonnenuntergang um acht, mussten sie die Wagen vom indischen Ozean zum Victoriasee fahren. Im Dunkeln wäre es zu riskant gewesen. 1362 Kilometer in 14 Stunden, die Straße war eine Piste, der Job die Hölle.
Nsamba war jetzt 24 und er verstand etwas von Flugzeugbau. Bei Raumschiffen ging es ihm wie dem Großteil der Menschheit, er hatte noch nie eins gebaut. Höchste Zeit, sagte sich Nsamba. Er träumte. Dann sagte er sich: Erst muss man die Leute überzeugen, dass es nicht utopisch ist. Man muss Leute gewinnen, eine Organisation aufbauen, Aufmerksamkeit erregen. Er machte sich an die Planung des Skyhawks. Nach und nach kamen kleine Nsambas in Ntinda an, die mitbauen wollten. Nsamba teilte ihnen mit: Erst der Skyhawk, dann das Raumschiff. Die Helfer fanden das logisch. Sie machten sich an die Arbeit.
Es sind diese Helfer, die gerade die Mondumlaufbahn ausrechnen. Die ein bisschen ratlos schauen, wenn Nsamba auf einen Stern am Himmel deutet und fragt: „Planet oder Sonne?“ Es ist zum Beispiel Derrick Abedule, 21, der als Kind mit einem Regenschirm aus dem dritten Stock sprang. Weil er fliegen wollte. Als Derrick seinen Kommilitonen erzählte, dass er das IT-Studium abbrechen wolle, um ein Raumschiff zu bauen, sahen sie ihm in die Augen und fragten: Kiffst du?
Oder Remigious Mayombwe. Der ist 19, geht noch zur Schule, immer abends kommt er vorbei, um zu helfen. Remigious kommt an und fragt: „Sir, was ist wichtig im Leben?“ Was ist Dir denn wichtig, Remigious? „Well“, sagt er, „also für mich zählen Noten, damit ich unter den besten drei meiner Klasse bin, denn dann kann ich studieren, und das ist mir wichtig.“ Und naja, außerdem wolle er dieses Raumschiff bauen.
Oder David Nambobi, einer der Älteren, Mitte 50. Wenn man ihn fragt, warum er an den Raumschiff-Plan glaubt, dann sagt er: „Weil ich an Gott glaube.“ Es gebe ein paar Synonyme für Afrika: Der vergessene, der schwarze, der dunkle Kontinent. „Afrika wird leuchten“, sagt Nambobi.
Bis in den Weltraum.
Der nächste Tag. Um acht Uhr morgens sitzt Richard Tushemereirwe, 40, an seinem Schreibtisch in Kampala. Auch als Privatberater des ugandischen Präsidenten erledigt man viel Papierkram und geht oft in Meetings. An die ganz große Politik denkt man nicht so häufig. Vielleicht ein Grund, warum der Mann mit dem schwierigen Namen die Idee mochte, ins All zu fliegen.
2010 erzählten ihm Freunde davon. Und er erzählte es dem Präsidenten. Der mochte die Idee auch. Yoweri Museveni regiert Uganda seit 1986. Tushemereirwe und der Präsident haben beschlossen, ugandische Patrioten wie sie sind: „Wo immer wir helfen können, tun wir das gern.“ Es mache die Regierung glücklich, sagt der Berater, dass Uganda das erste afrikanische Land ist mit Ambitionen im Weltall.
Bisher hat sich Chris Nsamba fünf Mal mit dem Staatsoberhaupt getroffen. Der Vizepräsident ist häufig in Ntinda zu Besuch. Nsamba steht in der Gunst der Macht. Der Präsident hat ihm erlaubt, ein Auto aus den USA zu importieren, ohne Steuern zu bezahlen. Das gehe schon in Ordnung, hat er gesagt, sie seien doch beide Patrioten.
Um zehn Uhr, da ist Richard Tushemereirwe wieder versunken in seinen Papieren, tief im täglichen Kleinkrieg, da ist es schon schwül in Uganda, fast 30 Grad warm, in der Hauptstadt beben zehn Reggae-Songs gleichzeitig, von Autoradios, CD-Spielern, Straßenmusikern. Um zehn beginnt im kleinen Ntinda jeden Tag die Arbeit auf der Weltraumbaustelle. Es ist Montag, was keine Rolle spielt, weil sie ja jeden Tag arbeiten. Viele hier haben studiert, auch Ssali Haroona, IT an der Makerere-Universität, einer der besten Unis Afrikas. Dann brach er ab, für den Traum vom Weltall.
Er arbeitet jetzt nebenher als Verkäufer in der Stadt. Jeden Tag zwei, drei Stunden, bis er 5000 ugandische Schilling verdient hat, ungefähr 1,50 Euro. Dann nimmt er den nächsten Bus zurück nach Ntinda, zurück in seinen Traum. Ein bisschen Geld geben ihm noch Verwandte, aber er braucht ja kaum was. Die Fahrten, etwas zu Essen. Klamotten interessieren ihn nicht. Raumfahrt, das ist es. Für die Raumfahrt hat er das IT-Studium geschmissen. Jetzt verdient er ungefähr so viel Geld, dass er überleben kann. Von Tag zu Tag. Und er sagt, dass er gern wie Neil Armstrong wäre. Der erste Mann auf dem Mond.
„Manche Leute, denen ich von unserem Projekt erzählen, sagen: Versucht es, versucht Euer Glück. Die meisten sagen, ihr seid Versager, ihr seid dumm, ihr werdet es nicht schaffen. Aber wir werden es schaffen. Das hier ist Liebe. Wir lieben, was wir hier tun. Es ist das, wofür wir leben.“
Sie leben für das Raumschiff, das auf Bauplänen und in Computersimulationen schon existiert. Es sieht noch sehr nach einer Fantasie aus, nach Starwars, oder wie man sich in den 60er Jahren die Zukunft im All vorstellte. Chris Nsamba macht ständig Experimente, er läuft eigentlich immer mit einer Schutzbrille herum. Bevor der Prototyp startete, etwas größer als eine Feuerwerksrakete, hat er eine Woche lang den Treibstoff hergestellt. Ein Brennstoff, ein Oxydator, ein Katalysator. Ein Cocktail, der leicht explodiert. Nsamba machte irgendeinen Fehler, der Cocktail explodierte. Aber: nichts passiert, weitermachen. Der Prototyp ist gestartet. Er hat ein GPS-Gerät an Bord und nachweislich die von der NASA festgesetzte Grenze zum All überschritten: 100 Kilometer über Uganda.
800 000 Dollar mindestens wird das Raumschiff kosten, schätzt Nsamba. Er sagt: „Natürlich kostet so ein Teil normalerweise Millionen, aber das kommt daher, dass man die Technologie bezahlen muss. 70 Prozent vom Preis steckt in der Technologie. Wir machen die Technologie ja selbst. Das ist übrigens keine große Sache.“
Der Plan ist, dass das Raumschiff fünf Leute ins All bringt. Sie sollen dort nicht nur herumfliegen, sie sollen Experimente machen. Damit man sie als Wissenschaftler ernst nimmt. Wenn die Mission vorbei ist, landen sie wieder. Zurück auf der Erde. Das Raumschiff wird ein Space Shuttle. Chris Nsamba bildet gerade ein paar seiner Jungs zu Piloten aus, in der Computersimulation. Haroona zum Beispiel. Er will, dass sie fliegen können. Zuerst ein Flugzeug und in fünf, sechs Jahren ins Weltall.
Ständig ruft jetzt der Präsident an bei Chris Nsamba und fragt: Wie weit seid ihr? Was macht ihr gerade? Könnt ihr mir Bilder schicken? Für den Skyhawk konstruierten sie die Karosserie selbst, sie programmierten Computer, berechneten aerodynamische Daten. Sie bauten fast alles selbst. Schweißen, dengeln, lackieren. Einige elektronische Geräte und den Antrieb haben sie aus den USA importiert. Statt Millionen kostet der Skyhawk um die 300 000 Dollar. 180 000 Dollar kommen vom Präsidenten, der Rest von privaten Sponsoren.
Der Präsident hat gesagt, dass er auch den Bau des Raumschiffs unterstützen wolle. Richard Tushemereirwe sagt: Vorausgesetzt, der Skyhawk fliegt. Von der Unterstützung der Regierung hängt alles ab.
Alles, was Chris Nsamba bisher getan hat, war noch einigermaßen realistisch. Ein Flugzeug. Ein Flugzeug, das besonders hoch fliegt. Erst das Raumschiff hat etwas von Wahnsinn. Das Raumschiff, es ist das Wichtigste, es ist mehr als das nächste Projekt, es hat nichts dergleichen gegeben in der Geschichte Afrikas. Es ist das Ziel.
Für die 34 Besessenen, die in Ntinda an ihrem Traum basteln, ist das Raumschiff ein Projekt ihrer Leidenschaft. Für die Regierung ist es ein Projekt für den Nationalstolz. Es bedeutet, dass es Uganda schaffen kann. Ein Land, das in den Weltraum fliegt, kriegt vielleicht auch seine Probleme am Boden in den Griff. Die Männer von Ntinda und die Herren von der Regierung sind Ugander, die in ziemlichen unterschiedlichen Welten leben. Ihre Vorstellungen treffen sich im All.
Am 9. Mai wird Chris Nsamba 27 Jahre alt. Vielleicht wird es sein wichtigster Geburtstag. Sie verkaufen Tickets für den Jungfernflug des Skyhawks. Gut 40 Dollar kostet eins. Am Flughafen Entebbe, direkt am Victoriasee, wollen sie afrikanische Geschichte schreiben.
Nsamba hat tausende Ugander dazu gebracht, Mitglieder seiner Organisation zu werden, Mitgliedsbeiträge zu bezahlen. 480 haben von sich aus mehr gespendet. 34 Männer arbeiten nicht für Lohn, sondern für ihren Traum. Manche in Uganda nennen sie „die 34 Verrückten, die diesem Chris folgen“.
Am 9. Mai wird Chris Nsamba an der Startbahn noch einmal seine Mutter umarmen, die Frau, der das alles zu groß ist. Er wird ins Flugzeug steigen, und vielleicht denkt er dann an das Raumschiff, das er bald bauen will, und sagt sich: Mir ist das noch nicht groß genug.